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Heiraten - warum?

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Heiraten - warum?

Beitragvon liquiddecay » Donnerstag 8. Januar 2009, 09:06

Sooo, nachdem Cavie ja schon angekündigt hat, dass sie das Forum wieder "auftauen" möchte, habe ich mir gedacht, ich eröffne mal diesen Thread.

Es geht ums Heiraten. Meine Freundin ist dafür und wenns nach ihr ginge, würden wir das auch gleich nächsten Sonntag machen. Ich bin aber total dagegen!
Ich sehe, außer die steuerlichen Vergünstigungen, keinerlei Vorteile an einer Heirat. Die kostet nur Geld (und nicht wenig), Nerven und nochmal Geld für die Scheidung wenn die Ehe doch nicht halten sollte (man weis ja nie und die aktuelle Scheidungsrate ist so hoch wie nie).
Wenn man seinem Partner einen Liebesbeweis machen will, dann kann man dass doch auch anders machen. Dafür brauch ich doch keinen Ring und einen Zettel wo drauf steht dass man zusammen gehört?!
Warum ist man heut zu tage nur dann fest an einen gebunden wenn man geheiratet hat? Dass kann man doch für sich, im Kopf, auch ohne heiraten sein.
Und außerdem gibt es genug Eheleute, die eigentlich nur noch zusammen sind, weil sie geheiratet haben. Wäre dass nicht, hätten sie bestimmt schon längst Schluss gemacht, aber so verdrängen sie ihre Zweifel an der Beziehung und machen sich dann selbst und gegenseitig kaputt oder leben zusammen ohne noch was für den anderen zu empfinden.
Ich finde das alles irgendwie nicht mehr zeitgemäß.

So, und nun dürft ihr gerne versuchen mich vom Gegenteil zu überzeugen oder aber mir den Rücken zu stärken ;)
Ihr sollt mich aber nun bitte nicht überzeugen zu heiraten, mich würden nur mal eure Gedanken zum Thema "heiraten-warum?" interessieren.
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Beitragvon lovely_creature84 » Donnerstag 8. Januar 2009, 20:03

Ich kann dir eigentlich nur zustimmen.
Heutzutage ist Heiraten praktisch sinnlos, und es spricht - abgesehen von den von dir erwähnten steuerlichen Vergünstigungen - auch wirklich nichts dafür (es sei denn, man plant, einen Millionär auf legale Weise um einen Teil seines Vermögens zu bringen).
Heiraten als Liebesbeweis find ich verhängnisvoll, "bis dass der Tod euch scheidet" gilt heute eh nicht mehr, ein weißes Kleid kann ich auch bei anderen Gelegenheiten tragen, Ringe stören mich - also warum heiraten?

Leider ist es in den allermeisten Fällen wirklich Gewohnheit, die Eheleute zusammenhält. Entweder man lässt sich wieder scheiden (was inflationär getan wird) oder man lebt Jahre bis Jahrzehnte zusammen - oder eher nebeneinander her - weil eine Scheidung zu stressig wäre.
Insgeheim denken viele Leute immer noch, man müsse heiraten, "weil es eben dazugehört" oder "weil man das halt macht". Das war schon immer der beste Grund, etwas zu tun... :roll:

Und selbst wenn ich an die einzig wahre Liebe glauben würde und sie durch einen merkwürdigen Zufall finden würde, bräuchte ich zur Manifestierung meiner Liebe nicht den Segen des Staates und schon gar nicht jenen der Kirche.
To possess him is therefore not to desire him.
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Beitragvon nobody's baby » Freitag 9. Januar 2009, 08:02

Ich bin ja auch eher unromantisch veranlagt, kann mir aber vorstellen, das Romantiker die Hochzeit an sich ganz toll finden ...
Aber aus persönlicher Sicht kann ich dem bisher gesagten nur zustimmen. Die Steuer sollte allerdings kein Heiratsgrund sein.
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Beitragvon sainthuck » Montag 12. Januar 2009, 12:20

gibt ja auch noch andere gründe zu heiraten. das hier sind die letzten beiden strips des webcomics "phd comics", welcher sich mit den problemen von phd studenten (doktoranden) in den usa, aber eigentlich auf der ganzen welt beschäftigt. die frau in dem comic ist übrigens soziologin, die anderen charaktere sind meistens eher naturwissenschaftler bzw. ingenieure :)

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Beitragvon Cavie » Montag 12. Januar 2009, 12:42

ich sehe das ganz anders als ihr^^
wenn aus liebe geheiratet wird dann ist das doch das größte. jemanden an seiner seite zu haben der einen so sehr liebt dass er das ganze leben mit einem verbringen und es der ganzen welt zeigen möchte und diese person ebenfalls so sehr zu lieben kann doch durch eine hochzeit nur noch mehr ausdruck bekommen.
ich finde es sehr schade dass heutzutage soviele leute heiratsgegner sind und selbstverständlich ist die scheidungsrate "beeindruckend", aber das liegt ja nicht daran, dass heiraten schlecht ist, sondern dass leute aus falschen gründen heiraten.
das ist ein größerer schritt, als eine normale beziehung einzugehen. für mich ist das heiratsversprechen das i-tüpfelchen einer liebe. man nimmt im normalfall den namen des mannes an und zeigt somit dass man im ganzen zu ihm gehört. der ring ist einfach nur ein symbol und man muss ihn ja nicht zwangsläufig tragen, allerdings finde ich es ganz zauberhaft wenn dieses symbol auch nach außen hin getragen wird und die leute sehen, dass man verheiratet ist.

die ganze prozedur, die hochzeitsvorbereitungen - und feier sind dazu da diesen einmaligen (er sollte einmalig sein) tag unvergesslich zu machen und ich freue mich wirklich sehr auf "meinen" tag.

die hohe scheidungsrate sollte doch nun wirklich keinen grund dafür dastellen, selbst nicht heiraten zu wollen.

ich weiß nicht, ob das viel mit romantik zu tun hat oder ob ich altmodisch bin, aber ich glaube an die große liebe und daran dass man mit einem partner sein leben lang glücklich sein kann und allein um meinem partner das zu zeigen, dass ich an uns glaube, würde ich den schritt hundertmal gehen...
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Beitragvon Haemorrhage » Dienstag 13. Januar 2009, 09:09

Also,
Ich stimme Cavie voll und ganz zu, was das Heiraten angeht.
Ich war damals mal derselben Meinung wie der Rest hier, aber das hat sich im Laufe der Jahre geändert. Ich sehe die Hochzeit, bzw. das Heiraten auch wie ein großes I-Tüpfelchen, das ultimative Symbol einer Liebe. Sicher sollte man nciht aus falschen Gründen heiraten, wie zb wegen der besseren Steuerlage. Man kann die zwar als "Bonus" sehen, aber ein wirklicher Grund sollte es nciht sein.
Zu den großen Kosten einer Hochzeit; Wenn man jemanden wirklich liebt sollte einem das Geld das dafür ausgegeben wird wirklich vollkommen egal sein. Sicher muss man vllt ein wenig sparen, aber das ist es doch wohl auch alle mal wert., wenn man sich wirklich liebt und sdiese vereinigung eingehen will, dass man für den Rest seines Lebens zusammen sein will. Dass man sich sicher ist genau den Menschen gefunden zu haben, mit dem man jeden einzelnen Tag seines Lebens verbringen möchte. Man sollte sich natürlich schon sicher sein bevor man ja sagt ;) Ich sage ja keineswegs, dass es unüberlegt sein sollte.
Nunja, das war mein Senf dazu.
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Beitragvon liquiddecay » Dienstag 13. Januar 2009, 10:54

Das würde also bedeuten, dass die Heirat, als absolutes i-Tüpferchen, absolut nicht ersetzbar ist?
Was unterscheidet denn eine Heirat von....nehmen wir mal an einem (von einem Partner geplanten) Urlaub auf den Malediven, auf der einer der beiden seinem Partner nochmal sagt wie sehr er sie liebt und das man für immer zusammen bleiben will. Vielleicht besiegelt man diese Aussage ja dann auch noch mit einem Ring oder einem anderen Schmuckstück.
Ist diese Aussage verbunden mit dem besonderen Urlaub und diese Tat im gesamten weniger Wert und/oder Aussagekräftig, als wenn man sie unter den "Mantel" der Heirat positioniert?
(Ich unterstelle einfach mal, dass ein Urlaub auf den Malediven auch etwas sehr besonderes ist und wir nicht von Partnern ausgehen die sich sowas alle 4 Wochen leisten könnten)
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Beitragvon Cavie » Dienstag 13. Januar 2009, 12:55

nein, das ist nicht dasselbe.. einen urlaub kannst du mehrmals antreten, aber eine hochzeit ist (im normalfall) einzigartig.
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Beitragvon liquiddecay » Dienstag 13. Januar 2009, 12:59

okay, dann will ich mal anders fragen:

Wäre für dich (euch) eine Heirat noch eine Heirat wenn
a) sie nicht kirchlich wäre sondern nur vorm Standesamt
b) weder kirchlich noch standesamtlich
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Beitragvon nobody's baby » Dienstag 13. Januar 2009, 17:12

Kann sein, dass ich mich irre, aber ist eine kirchliche Trauung nicht ohnehin nur möglich bzw. gültig, wenn man außerdem auf's Standesamt geht? Und andererseits dürfen Atheisten doch auch nicht kirchlich heiraten.
Was gibt's denn noch für Möglichkeiten? Las Vegas? :D
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Beitragvon Haemorrhage » Dienstag 13. Januar 2009, 19:05

Also ob nun standesamtlich oder kirchlich oder gar eine heidnische hochzeit auf wikingerart ;) ... es geht um den schwur den sich die beiden liebenden geben. von der religion würd ichs nicht abhängig machen, denn auch andere menschen als christen heiraten ;) was für eine art der zeremonie es auch ist ... es geht um dieses einmalige versprechen, das mit einem (sicher sehr schönen) urlaub dennoch nicht gleickkommen kann. zumindest ist das meine meinung.
ob das für dich nun auch so funktioniert musst du selbst herausfinden.
und das einzige was du da tun kannst ist lange nachdenken und viel mit deine freundin darüber sprechen. was sind ihre vorstellungen von einer perfekten partnerschaft und was sind deine. was ist dem jeweiligen teil wichtig, was nicht so.
wie ihr euch auch entscheidet, ich wünsch euch alles gute! :)
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Beitragvon liquiddecay » Mittwoch 14. Januar 2009, 09:48

Haemorrhage hat geschrieben:... es geht um den schwur den sich die beiden liebenden geben.


Das ist genau dass was ich gemeint habe! Diesen Schwur kann man sich doch auch geben ohne die Heirat, ohne Standesamt, ohne Kirche.
In meinem Beispiel auf den Malediven.
Das ist genau der Knackpunkt: Ist solch ein Liebes-Schwur nur dann "richtig" und "echt" wenn er in Verbindung mit einer Heirat gemacht wird oder ist er auch dann das i-Tüpferchen, wenn er fernab einer Heirat, aber in einem besonderen Moment geschieht.

Diese geistige Bindung zwischen zwei Menschen, der man sozusagen die Krone aufsetzen möchte. Ich finde, da kann ich jetzt nur für mich sprechen, dass für diesen Augenblick eine Heirat viel zu unpersönlich und unpassend ist.
Wenn ich dort vorm Altar oder Standesamt mit Anzug stehen würde, an einem Ort mit dem ich nichts verbinde und der mir nicht sonderlich zuspricht, zu einem Moment der vorher im Kalender geplant wurde: Das wäre nicht wirklich Ich. Und erst recht bräuchte ich da keine Zuschauer beizuhaben, aber dass ist meine ganz persönliche Meinung.

So ein Thema ist eigentlich viel zu schwierig in einem Forum zu besprechen. Also wie siehts mit einem Forentreffen aus?! ;)
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Beitragvon Cavie » Mittwoch 14. Januar 2009, 16:25

für mich gehört es schon dazu kirchlich zu heiraten, aber auch ohne ist es selbstverständlich eine gültige hochzeit.^^

die zuschauer, wie du sie nennst, sind freunde und familie und man lässt sie am glück teilhaben und feiert mit ihnen...wie kann man sich da nicht wohlfühlen?

zu dem punkt, dass viele angst vor scheidung haben und lieber eine kaputte ehe führen möchte ich dir noch einen gedanken von mir ans herz legen..:
eine beziehung zu beenden ist natürlich leichter als eine ehe aber somit ist es auch leichter problemen aus dem weg zu gehen, vor ihnen weg zu laufen. probleme sollte man gemeinsam meistern (ob verheiratet oder nicht) und von vorn herein zu befürchten dass es soweit kommt, dass man sich nicht mehr versteht und scheiden lassen muss, finde ich äußerst pessimistisch.
eben genau das soll man nicht denken wenn man den bund eingeht.
wenn du so etwas vorher befürchtest muss das ja irgendeinen hintergrund haben...
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Beitragvon liquiddecay » Donnerstag 15. Januar 2009, 08:49

Ich hatte diesen Thread eröffnet, weil ich allgemein über das Thema Heiraten diskutieren wollte. Das hat alles gar nichts mit mir und meiner Freundin zu tun, sondern es geht über meine Gedanken zum Thema Heiraten im allgemeinen.

Meine Freundin war quasi nur der Anstoß das Thema hier mal zu eröffnen.
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Re: Heiraten - warum?

Beitragvon Haemorrhage » Donnerstag 15. Januar 2009, 14:29

liquiddecay hat geschrieben:So, und nun dürft ihr gerne versuchen mich vom Gegenteil zu überzeugen oder aber mir den Rücken zu stärken ;)


Also durch diesen Satz hier habe ich das an sich auch so verstanden wie cavie.
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